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Verfügbarkeit von Ladepunkten: So bleibt Ladeinfrastruktur zuverlässig

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Für CPOs (Ladepunktbetreiber) zählt vor allem eines: Fahrerinnen und Fahrer müssen laden können, wenn sie ankommen. Fällt ein Ladepunkt aus, gehen Ladevorgänge und Roaming-Umsatz verloren und das Vertrauen in das Ladenetz sinkt. Europäische Ausschreibungen verlangen inzwischen häufig 97 % bis 99 % Verfügbarkeit. Damit wird ein zuverlässiger Betrieb zu einem zentralen Teil des Ladeinfrastrukturmanagements.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verfügbarkeit (Uptime) ist der Anteil der Zeit, in der ein Ladepunkt funktioniert und nutzbar ist. Europäische Ausschreibungen verlangen zunehmend 97 % bis 99 %.
  • Im ADAC-Test 2025 hatte rund ein Drittel von 50 Ladestandorten an Autobahnen mindestens einen defekten Ladepunkt.
  • Im Deutschlandnetz enthalten die Betreiberverträge Vertragsstrafen, damit die Ladepunkte zuverlässig funktionieren.
  • Seit April 2025 müssen Betreiber Live-Daten zu Status und Belegung über die Mobilithek bereitstellen.
  • Fernüberwachung, offene Protokolle, vorbeugende Wartung und Energiemanagement am Standort helfen dabei, Ladepunkte zuverlässig verfügbar zu halten.

Quellen: ChargeUp Europe, Understanding uptime in the EV charging industry: towards a common methodology

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Was bedeutet Verfügbarkeit für CPOs?

Verfügbarkeit beschreibt den Anteil der Zeit, in der ein Ladepunkt funktioniert und genutzt werden kann. Die AFIR, die EU-Verordnung für öffentliche Ladeinfrastruktur, verlangt, dass die Verfügbarkeit den Bedürfnissen der Nutzer entspricht. Einen einheitlichen EU-Prozentsatz gibt es bislang nicht. Konkrete Anforderungen werden unter anderem in Konzessionen und Ausschreibungen festgelegt, wo 97 % bis 99 % zunehmend üblich sind.

Das Deutschlandnetz zeigt, wie ernst der Bund das Thema nimmt. Rund 1.000 Standorte mit etwa 9.000 Schnellladepunkten entstehen, jeder mit mindestens 200 kW und rund um die Uhr geöffnet. Laut der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur enthalten die Betreiberverträge Vertragsstrafen bei Verstößen, damit die Ladepunkte funktionieren.

Die AFIR macht Verfügbarkeit außerdem sichtbar. Öffentliche Ladepunkte müssen bei der Bundesnetzagentur gemeldet und digital vernetzt sein. Seit dem 14. April 2025 stellen Betreiber Live-Daten wie Status und Belegung über die Mobilithek bereit, den Nationalen Zugangspunkt. Fällt ein Ladepunkt aus, sehen das Fahrer, Lade-Apps und Behörden sofort.

Quellen: EUR-Lex, Verordnung (EU) 2023/1804 über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe; ChargeUp Europe, Understanding uptime in the EV charging industry: towards a common methodology; Bundesnetzagentur, FAQ / Begriffe; electrive.net, Live-Daten von Ladestationen: BMV stellt DATEX-II-Datenprofil bereit; Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur, Deutschlandnetz - Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur; electrive.net, Deutschlandnetz: „Wir machen das Laden transparenter”

Verfügbarkeit ist nicht gleich Zuverlässigkeit

Wie Verfügbarkeit berechnet wird, macht einen Unterschied. Die Open Charge Alliance empfiehlt, pro Ladepunkt zu messen statt pro Station oder Standort, weil sich Werte zwar addieren, aber nachträglich nicht mehr aufschlüsseln lassen. Ein Ladepunkt, der an 3 von 30 Tagen offline ist, kommt auf 90 % Verfügbarkeit. Die Alliance weist auch darauf hin, dass nicht jeder abgebrochene Ladevorgang an der Ladesäule liegt: Ein Problem am Fahrzeug, eine ungültige Ladekarte oder ein Roaming-Fehler können einen Vorgang stoppen, obwohl die Säule funktioniert.

Quellen: Open Charge Alliance, Improving Uptime Monitoring with OCPP

Für einen CPO reicht deshalb die Frage „Ist die Ladesäule online?“ nicht aus. Entscheidend ist auch, ob der Ladevorgang tatsächlich gestartet und abgeschlossen werden konnte. Sinnvoll ist daher, sowohl die Verfügbarkeit pro Ladepunkt als auch die Erfolgsquote der Ladevorgänge zu messen.

Warum Verfügbarkeit auch wirtschaftlich zählt

Fahrer merken, wenn Ladepunkte ausfallen. Im ADAC-Test 2025 an 50 Rastanlagen und Autohöfen entlang der 15 längsten Autobahnen hatte rund ein Drittel mindestens einen defekten Ladepunkt. Direkte Kartenzahlung gab es nur an gut der Hälfte der Standorte. Ein Jahr zuvor lag der Anteil der Standorte mit einem defekten Ladepunkt im ADAC-Test noch bei 15 %.

Auch bei Umfragen tauchen defekte Ladesäulen weit oben auf. In einer Umfrage des ADAC Hessen-Thüringen unter rund 1.900 E-Auto-Fahrern zu Urlaubsreisen nannten 31 % defekte Ladesäulen als Problem. Jeder gescheiterte Ladeversuch ist ein verlorener Ladevorgang für den CPO und ein Grund, künftig ein anderes Netz zu wählen.

Quellen: ADAC, ADAC Test: Kein gutes Zeugnis für das Laden an der Autobahn; ADAC, Schnellladen an der Autobahn: Wo es bei Rastanlagen noch hapert ; ADAC Hessen-Thüringen, Umfrage: Mit dem E-Auto in den Urlaub – kompliziert oder kein Problem?

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Woher kommen Ausfälle an Ladesäulen?

Die Open Charge Alliance nennt elf häufige Ursachen für Ausfälle. Zusammengefasst zeigen sie, an welchen Stellen CPOs ansetzen können, um ihre Ladeinfrastruktur zuverlässiger zu betreiben.

Art der Störung

Was passiert

Was hilft

Netz und Leistung

Stromausfall, Unterspannung oder ein Netzanschluss, der an seine Grenze kommt

Energiemanagement am Standort und Überlastschutz

Hardware und elektrische Sicherheit

Defekte Leistungselektronik, ausgelöster FI-Schutzschalter, Überstrom

Ferndiagnose, vorbeugende Wartung, zertifizierte Installation

Kommunikationsverlust

Die Ladesäule verliert die Verbindung zum Backend, oder das Backend fällt aus

Verbindung überwachen, automatisch neu verbinden, Offline-Laden

Autorisierung und Bezahlung

Defekter RFID-Leser, ungültige Ladekarten, Roaming-Fehler

Ladevorgänge überwachen, nicht nur den Status; getestete Bezahl- und Roaming-Anbindungen

Kommunikation Fahrzeug–Ladesäule

Die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladesäule wird nicht abgeschlossen oder die Steckerverriegelung funktioniert nicht

Aktuelle Firmware, Standardprotokolle und Protokolle je Ladevorgang

Physische Schäden

Verbogene Stecker, durchtrennte Kabel, defekte Displays

Standortkontrollen, Meldungen von Fahrern, schnelle Ersatzteillogistik

Klare Zuständigkeiten sind genauso wichtig wie die Technik. Gehört die Hardware beispielsweise einem Standortpartner und wird sie von einem CPO betrieben, sollte im Vertrag klar festgelegt sein, wer welche Störung behebt und innerhalb welcher Frist.

Source : Open Charge Alliance, Improving Uptime Monitoring with OCPP

Wie erhöhen CPOs die Verfügbarkeit ihrer Ladeinfrastruktur?

Ein zuverlässiges Ladenetz beginnt damit, Störungen möglichst zu vermeiden, sie schnell zu erkennen und wenn möglich aus der Ferne zu beheben. Diese fünf Maßnahmen helfen dabei.

  1. Überwachen Sie jeden Ladepunkt in Echtzeit. Der Online-Status allein reicht nicht. Behalten Sie auch gestartete Ladevorgänge, abgelehnte Autorisierungen und Fehlercodes im Blick. So erkennen Sie, wenn eine Ladesäule zwar online ist, aber nicht lädt. OCPP-Statusmeldungen helfen dabei, Verbindungsabbrüche und Störungen schnell zu erkennen.
  2. Beheben Sie Störungen möglichst aus der Ferne. Ein Neustart, eine angepasste Konfiguration oder ein Firmware-Update kann viele Probleme lösen, ohne dass ein Techniker zum Standort fahren muss. Das verkürzt die Ausfallzeit und reduziert Vor-Ort-Einsätze.
  3. Setzen Sie auf offene Standards. OCPP ermöglicht die Kommunikation zwischen Ladesäulen und Backends verschiedener Anbieter. Dazu gehören Statusmeldungen, Diagnose und Firmware-Verwaltung. So bleiben Sie bei Software und Hardware flexibel und behalten gleichzeitig den Überblick über Ihr Ladenetz. Sie planen den Umstieg auf OCPP 2.x oder ISO 15118-20? Lesen Sie, was sich ab 2027 beim Betrieb Ihrer Ladestandorte ändert.
  4. Planen Sie vorbeugende Wartung. Prüfen Sie Kabel, Stecker, Displays und Kühlung regelmäßig und sorgen Sie dafür, dass wichtige Ersatzteile schnell verfügbar sind. Stark frequentierte Standorte und Schnelllader verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit.
  5. Vereinbaren Sie klare SLAs. Legen Sie mit Installateuren und Wartungspartnern fest, wie schnell auf verschiedene Störungen reagiert wird und bis wann sie behoben sein müssen. Verwenden Sie außerdem eine einheitliche Methode zur Messung der Verfügbarkeit, damit die Werte in Ausschreibungen und Audits vergleichbar bleiben.

Quellen: Open Charge Alliance, Improving Uptime Monitoring with OCPP; ChargeUp Europe, Understanding uptime in the EV charging industry: towards a common methodology; Open Charge Alliance, Open Charge Point Protocol

Warum ist Energiemanagement wichtig für die Verfügbarkeit?

Eine Ladesäule kann technisch einwandfrei funktionieren und trotzdem nicht laden, wenn am Standort nicht genügend Leistung verfügbar ist. Laden mehrere Fahrzeuge gleichzeitig und verbraucht auch das Gebäude viel Strom, kann der Netzanschluss an seine Grenze kommen. Im schlimmsten Fall löst die Hauptsicherung aus und mehrere Ladepunkte fallen gleichzeitig aus.

Mehr Anschlussleistung ist in Deutschland oft kein schneller Ausweg. Laut Agora Verkehrswende arbeiten rund 860 Verteilnetzbetreiber mit eigenen, meist manuellen Verfahren, und ein Netzbetreiber meldete innerhalb von drei Jahren achtmal so viele Anschlussanfragen. Die Studie empfiehlt unter anderem, Anschlüsse vorläufig zu ermöglichen, solange das Netz ausgebaut wird.

Energiemanagement am Standort nutzt die vorhandene Anschlussleistung gezielt. Es misst die aktuelle Last und verteilt die verfügbare Leistung in Echtzeit auf die Ladepunkte. So bleibt der Standort innerhalb seiner Leistungsgrenze und die Fahrzeuge können weiterladen. Bei mehreren Unterverteilungen muss der Überlastschutz auf jeder Ebene der Installation greifen. Lesen Sie, wie Cascade Overload Protection das Stromnetz Ihres Unternehmens schützt.

Quellen: Agora Verkehrswende, Netzanschluss für den Straßenverkehr. Herausforderungen und Empfehlungen für eine schnelle und kosteneffiziente Integration von Ladeinfrastruktur in das Stromnetz

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So unterstützt Smappee CPOs beim zuverlässigen Betrieb ihrer Ladeinfrastruktur

Smappee verbindet AFIR- und ISO 15118-20-konforme Ladeinfrastruktur und Energiemanagement. So behalten Sie nicht nur den Status Ihrer Ladepunkte im Blick, sondern auch die Leistung, die für das Laden zur Verfügung steht.

  • Offene Ladeinfrastruktur auf Basis von OCPP. Smappee-Ladesäulen lassen sich mit dem Backend Ihrer Wahl verbinden. So behalten Sie den Überblick über Status, Ladevorgänge und Firmware.
  • Smappee Infinity am Standort. Infinity misst den Energieverbrauch in Echtzeit und passt die Ladeleistung an die verfügbare Leistung am Standort an. Sie erhalten Energie-Einblicke auf Standortebene und können Solarüberschuss zum Laden nutzen, während die Ladepunkte innerhalb der Anschlussgrenze bleiben.
  • Von Anfang an korrekt installiert. Smappee Certified Installer sind für die fachgerechte Installation und Inbetriebnahme unserer Lösungen geschult. Das reduziert das Risiko von Problemen nach der Installation.
  • Sicher vernetzt. Smappee ist nach ISO/IEC 27001:2022 zertifiziert. Denn auch die Sicherheit eines vernetzten Ladenetzes trägt zu einem zuverlässigen Betrieb bei.

Sie betreiben ein Ladenetz oder planen eine Erweiterung? Sprechen Sie mit unserem Team darüber, wie Sie die Verfügbarkeit Ihrer Ladeinfrastruktur sichern können.

Häufig gestellte Fragen

Welche Verfügbarkeit ist für Ladesäulen gut?

In europäischen Ausschreibungen werden zunehmend 97 % bis 99 % Verfügbarkeit verlangt. Zusätzlich lohnt es sich, die Erfolgsquote der Ladevorgänge zu messen. Denn eine Ladesäule kann online sein, obwohl Fahrerinnen und Fahrer nicht erfolgreich laden können.

Schreibt die AFIR eine Mindestverfügbarkeit vor?

Noch nicht. Die AFIR verlangt, dass die Verfügbarkeit den Bedürfnissen der Nutzer entspricht, und verpflichtet Betreiber, Live-Daten zu Status und Belegung bereitzustellen. In Deutschland geschieht das über die Mobilithek. Konkrete Verfügbarkeitsanforderungen können in Konzessionen und Betreiberverträgen festgelegt werden.

Wie berechnet man die Verfügbarkeit einer Ladesäule?

Verfügbarkeit ist die Zeit, in der ein Ladepunkt funktioniert und genutzt werden kann, geteilt durch seine normale Betriebszeit. Die Open Charge Alliance empfiehlt, sie pro Ladepunkt zu berechnen. Da sich Methoden darin unterscheiden können, welche Ausfälle mitgezählt werden, sollte die Berechnungsmethode vertraglich festgelegt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit?

Verfügbarkeit zeigt, ob eine Ladesäule online und nutzbar ist. Zuverlässigkeit geht weiter: Können Fahrerinnen und Fahrer tatsächlich laden? Eine Ladekarte, eine Roaming-Anbindung oder die Kommunikation mit dem Fahrzeug kann fehlschlagen, obwohl die Säule online ist. Deshalb ist auch die Erfolgsquote der Ladevorgänge wichtig.

Verbessert Lastmanagement die Verfügbarkeit?

Ja. Dynamisches Lastmanagement hält den Gesamtverbrauch innerhalb der verfügbaren Anschlussleistung. So wird verhindert, dass die Hauptsicherung auslöst, wenn viele Fahrzeuge gleichzeitig laden. Bei hoher Auslastung kann die Ladeleistung vorübergehend sinken, die Ladepunkte bleiben aber verfügbar.